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Weihnachten

Autor: SophieLessing | Datum: 26 Januar 2016, 13:52 | 0 Kommentare

Weihnachten in Ruanda:

Mein erstes Weihnachten ohne meine Familie und nicht in Deutschland stand letzten Dezember das erste Mal für mich an. Ich hatte zwar noch etwas von der Vorweihnachtszeit in Deutschland mitbekommen, da wir ja schon gerne in Deutschland Anfang November anfangen zu dekorieren und die ersten Stände vom Weihnachtsmarkt schon aufgebaut werden, aber meine Vorfreude und Erwartungen stiegen wie Weihnachten in Ruanda zelebriert wird.

Der erste Unterschied ist schon einmal, dass Heiligabend erst am 25. Dezember gefeiert wird und ich erst circa eine Woche vor Heiligabend erste Dekorationen entdeckt habe, aber auch nur in der nächst größeren Stadt in Muhanga. Da war jeder künstliche Weihnachtsbaum oder ein Schild wo Merry Christmas drauf stand eine kleine Entdeckung. Aber allgemein kann man sagen, dass eigentlich nicht viel dekoriert wird, nur an Orten wie der Supermarkt, der westlich angelegt ist und in manchen anderen Läden konnte man ein wenig Weihnachtsdeko entdecken. Was ich aber auch mal ganz angenehm fand, da mir in Deutschland teils die Deko zu kitschig und auch zu viel ist.

Nichts desto trotz habe ich mit Wiebke und Johanna schon einmal „vor“ Weihnachten am 24. Dezember gefeiert. Wir haben uns abends getroffen und uns ein Drei Gänge Menü gekocht, dass unglaublich lecker war und danach eine kleine Bescherung gehabt. Mit das beste Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr war für mich Käse geschenkt bekommen zu haben, da der hier echt relativ teuer ist und ich ihn mir bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gegönnt hatte. Dadurch habe ich auch mal wieder gemerkt, dass manchmal die Kleinigkeiten des Lebens, mit die größte Freude bereiten. Es war ein wunderschöner Abend und zwischen durch kam auch etwas Weihnachtsstimmung auf, als wir uns ein paar deutsche Weihnachtslieder angehört haben.

Am 25. Dezember gab es einen längeren Gottesdienst. Ich bin diesmal in die Kirche gegangen, wo ich meine Gahogo Spielgruppe habe, die Kirche ist in Muhanga. Das Highlight des Gottesdienstes war für mich, dass die Kinder aus meiner Spielgruppe ein Krippenspiel vorgeführt haben, das hat mich dann doch sehr an zu Hause Heiligabend erinnert. Außerdem gibt es ein gleiches Weihnachtslied auf Kinyarwanda und auf Deutsch nämlich „Hört der Engel helle Lieder“, dies wurde dann auch im Gottesdienst gesungen zwar etwas langsamer, als wir das in Deutschland tun, aber ein wunderschönes Heimatsgefühl, dass gleiche Lied an Weihnachten zu singen.

Ruandische Weihnachtsbräuche gibt es nicht so wirklich, da eigentlich nur in Familien Weihnachten gefeiert wird, die Kinder haben. Diese bekommen dann  meistens neue Anziehsachen und Süßigkeiten zu Weihnachten. Etwas Weihnachtsdruck gibt es hier auch, da jede Familie an Weihnachten ein Fleischgericht zu bereiten sollte, auch wenn die Familie relativ arm ist. Da Fleisch relativ teuer ist, ist es wenn es Fleisch gibt immer eher etwas Besonderes. Aber verglichen zu Deutschland gibt es hier würde ich sagen, schon weniger Weihnachtsstress.

Der Druck und den Weihnachtsstress den wir in Deutschland haben, zum Beispiel das richtige Geschenk zu finden oder ein perfektes Essen am Heiligabend zu bereiten zu müssen, würde ich gerne für mich selbst wieder in Deutschland an Weihnachten 2016 runterschrauben.

Ich habe mir ein paar Statistiken zu Weihnachten in Deutschland angeschaut und war schon teils erschrocken, wie viel Geld wir durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke (um die 285 €) ausgeben und wie stark der Konsumdruck ist… Auch wie viel Energie verwendet wird um ein perfektes Weihnachtsessen zu zubereiten, nämlich rund 480 Millionen Kilowattstunden, das ist ein Drittel mehr als an normalen Tagen. Auch die Verschwendung von Lebensmitteln an Weihnachten ist enorm, da um Weihnachten großzügiger eingekauft wird, aber es dann doch nicht geschafft wird aufzuessen. Daher habe ich mir als Vorsatz fürs neue Jahr vorgenommen zukünftig den Weihnachtsstress runterzuschrauben und versuchen bewusster einkaufen zu gehen.

Auch wenn das Konsumverhalten viele Nachteile mit sich bringt und manche Bräuche in Deutschland für meinen Geschmack mir zu weit gehen, habe ich schon gemerkt, dass ich den Weihnachtsbaum, der normalerweise bei uns zu Hause in Schüren im Wohnzimmer steht vermisse und auch die ganzen süßen Köstlichkeiten, die es um die Weihnachtszeit gibt und die Spaziergänge über den Weihnachtsmarkt.

Ich denke ich werde dies Weihnachten 2016 alles viel bewusster wahrnehmen und mehr zu schätzen wissen, aber auch hinterfragen, ob dass alles so notwendig ist.

Ich hoffe ihr hattet alle eine wunderschöne und gesegnete Weihnachtszeit und seid gut ins neue Jahr gekommen. 

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